Fachtag "Psychose, Sucht und Demenz?" in Mülheim

Demenz-Servicezentrum Region Westliches Ruhrgebiet - am 6. Jun 2019

(v. li.) Kathrina Becker, Claudia Peiter, Verena Krekeler, Adelheid Herrmann, Nobert Kathagen, Michaela Welles, Elke Riedemann, (v. li.) Sabine Dams, Peter Behmenburg, Carsten Fortmann, Prof. Dr. med. Marcus Jüptner

 

Alkoholabstinenz, Aktivitäten und soziale Teilhabe stärken die Lebensqualität, gerade im Alter

Rund 120 Teilnehmer*innen folgten am 05. Juni 2019 der Einladung zu der Fachtagung in den Altenhof, zum Thema „Psychose, Sucht – und Demenz?“.

Zur Veranstaltung geladen hatte: das Demenz-Servicezentrum Westliches Ruhrgebiet zusammen mit der Alzheimer Gesellschaft Mülheim und den Mitgliedern des Runden Tisches Demenz.

Lebenswelten von Menschen mit psychischen Erkrankungen und / oder Suchterkrankungen sind durch Stigmatisierungen geprägt. Kommen im späteren Verlauf demenzielle Beeinträchtigungen hinzu, müssen sich die Betroffenen sowie ihre Begleiterinnen und Begleiter zusätzlichen Herausforderungen stellen.

Auch professionell Tätige in der Seniorenberatung, in der Betreuung, Kranken-, Pflegeversorgung sind gefordert. Es gilt gemeinsam zu differenzieren und auf Unterschiede bedarfsgerecht zu reagieren. „Fachübergreifende Zusammenarbeit ist gefragt, um gemeinsam die Situation der betroffenen, älteren Menschen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Ihnen in ihrer besonderen Lebenslage das entgegenzubringen, was sie benötigen“, meint Elke Riedemann vom Demenz-Servicezentrum.

In der Fachtagung wurden Aspekte zur Entwicklung demenzieller Symptome, psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen in den Fokus genommen. Zusammenhänge und Abgrenzungen sowie therapeutische  Behandlungskonzepte wurden diskutiert. 

Referenten unterschiedlicher Professionen vermittelten dem interessierten Fachpublikum in eindrücklicher Weise wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse. Carsten Fortmann, Psychologe und Therapeut von den Johannesbad Kliniken in Fredeburg wies darauf hin, dass „Regelmäßiger Alkoholkonsum im Alter einerseits ein großer Risikofaktor für die Entwicklung von Demenzen darstellt, andererseits aber durch eine Suchtbehandlung gut therapierbar ist.“ Professor Dr. Marcus Jüptner, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie referierte auf anschauliche Art zu den psychischen Erkrankungen: Schizophrenie, Manie und Depression, die im Alter häufig von einer Demenz abzugrenzen sind. „Eine differenzierte Diagnose ist für die Behandlung  bedeutsam. Dabei steht die medikamentöse Behandlung nicht im Vordergrund.“ Wichtig für die eigene Stabilisierung seien eine bestehende Tagesstruktur, Freizeitaktivitäten und soziale Teilhabe.

Im Podiumsdialog, der von Peter Behmenburg von der Alzheimer Gesellschaft Mülheim moderiert wurde, stellten Experten aus der psychosozialen Fachberatung, Suchtprävention sowie der ambulanten und stationären psychiatrischen Pflege/ Seniorenpflege ihre Arbeitskonzepte vor und verabredeten eine kooperativen Zusammenarbeit. „Ältere Menschen in besonderen Bedarfssituationen benötigen die Unterstützung vor Ort. Neben der Sozialpolitik, die hier auch gefordert ist, wollen wir gucken, wo sich multidisziplinär Synergien nutzen lassen, um gemeinsam eine Verbesserung der Versorgung für die betroffenen Menschen auf den zu Weg bringen“ resümierte Peter Behmenburg.

Hier handouts der Veranstaltung mit Vortragsbeiträgen zum downloaden

Vortrag Frau Dams: "Wo begegnet uns das Thema in Mülheim - Einblicke in die Praxis"

Vortrag Herr Fortmann: "Demenz und Alkoholsucht"

Vortrag Prof. Dr. Jüptner "Es muss nicht immer Demenz sein"